Dort hatten ihre Großeltern in einem Schloss gelebt. Bisher wusste Marie über deren Leben nicht viel - eigentlich nur, dass ihr Großvater bereits während des Krieges in Russland gefallen war und ihre Großmutter im Oktober 1945 starb. Doch als Marie in den Ruinen des Gutes ein Tagebuch ihrer Großmutter findet, stößt sie auf interessante Details aus dem Leben der Großeltern:
1945 - Der amerikanische Offizier
Ihre Großmutter hatte als Kriegswitwe bei Kriegsende eine leidenschaftliche Affäre mit einem amerikanischen Offizier. Mit diesem wollte sie Deutschland, nachdem die Russen das Land besetzt hatten, verlassen. Doch William, der Amerikaner, kam auf tragische Weise ums Leben. Kurz vor seinem Tod konnte er allerdings ein Bild, das Maries Großvater 1941 seiner Frau aus Frankreich mitgebracht hatte, auf Wunsch von Maries Großmutter in einem kleinen Koffer nach Zürich in Sicherheit bringen. Und merkwürdigerweise handelte es sich bei dem Gemälde wiederum um einen Corot...
1993 - "Gott sieht die Wahrheit auch wenn er lange Jahre schweigt"
Marie ist davon überzeugt, dass es zwischen dem Corot ihrer Eltern und dem Corot der Großeltern einen Zusammenhang geben muss. Haben ihre Eltern womöglich wegen des Gemäldes ihr Leben verloren? Marie verfolgt die Spuren beider Bilder. Doch schon bald bemerkt sie, dass sie nicht allein auf der Suche nach den Corots ist. Ein junger, sehr attraktiver Franzose scheint sie zu beschatten. Schließlich erobert er ihr Herz. Doch trotz einer leidenschaftlichen Affäre scheint sie irgendetwas davon abzuhalten, Maurice vollkommen zu vertrauen. Hat er bzw. seine Familie etwas mit dem Tod ihrer Eltern zu tun? Marie begreift plötzlich, warum ihre Eltern sterben mussten. Die Wahrheit lässt sich nicht verbergen.
Familienroman und Thriller
Was sich anfänglich als Familienroman ankündigt, endet als dramatischer Thriller. Marie, die eigentlich nur in den Hinterlassenschaften ihrer Großeltern stöbert, befindet sich plötzlich in lebensgefährlichen Verwicklungen, deren Anfänge offensichtlich bis in die Kriegsjahre zurückreichen. Erst nach und nach kann der Leser die Zusammenhänge wirklich verstehen. Was die Sache ja nur noch spannender und interessanter macht.
(Wibke Garbarukow)